Prosa | Die Selbsterkenntnis

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Die Selbsterkenntnis



Sich zu erkennen ist gar manchmal schwer,
man sich befragt nach was und wer,
zu gesteh´n sich ein die eig´ne Schuld,
fordernd den And´ren mit Engelsgeduld,
man diesen auf die Palme bringt,
sich dann in seinen Worten ringt,
mit Not, dass man sich selbst verrennt,
und dabei sich nicht mehr erkennt.

Der And´re dann recht aufgebracht,
so war´s doch nie nicht abgemacht,
erkennt den wahren Kern der Sache,
ist´s alles nur Fassad´ und Mache?
Sich zurücklehnend und fragend schnöde,
ist der Mensch denn wirklich blöde,
man Abstand nimmt von dem Klient,
damit er sich erst selbst erkennt.

So bleibt der Mensch dann ganz alleine,
sich hinterfragend, ob denn seine
Art und Weise richtig war,
dem Menschen wird auch sehr bald klar,
da war was falsch und nicht in Ordnung,
und schöpfend dann die neue Hoffnung,
auf die Verzeihung seiner Tat,
sich überall erfragend Rat,
wie er´s dem And´ren sagen tut,
was er gesagt in seiner Wut,

gar nicht gemeint in dieser Art.  

 

 

 

© 1988 Andreas Scharfenberg