Winterliches Seiffen zur Weihnachtszeit

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23.-28.12.2010 | Seiffen (Erzgebirge) und ein Abstecher nach Tschechien

 

Seiffen ist eine im Bundesland Sachsen gelegene Gemeinde mit ca. 2.500 Einwohnern.

Geografisch liegt sie 3km von der Tschechischen Grenze entfernt auf einer Höhe von 650m ü.NN. Der Kurort Seiffen ist bekannt durch die Herstellung von traditionellem und hochwertigem Holzspielzeug. Vielen Menschen sind die Räuchermännchen, Nussknacker und Pyramiden aus der Gegend bekannt. Sie werden noch in teils aufwändiger Handarbeit gefertigt. Wen wundert es, dass der Name Seiffen meistens mit der Weihnachtszeit verbunden wird.

 

Wir haben Seiffen bereits mehrfach besucht. Doch wenn man die Weihnachtszeit mit Kindern

einmal anders und "richtig" erleben möchte, der sollte mindestens den Heiligen Abend dort einmal versuchen, so dachten wir. Im Oktober konnten wir eine Unterkunft im Verlegerhaus Seiffen für die Dauer vom 23.-28.12.2010 buchen.

 

Am Abfahrtstag, dem 23.12.2010, herrschte bei uns in Beckum seit Tagen strenger Wintereinbruch. Mit 40-50km/h ging es auf der A2 in Richtung Bielefeld. Es war glatt.

In Richtung Paderborn ging es dann besser und schneller mit ca. 70km/h weiter.

Von Kassel bis Chemnitz konnten wir ca. 100km/h schnell fahren. Bis Bielefeld dachten wir noch über einen Abbruch der Reise nach. Glücklicherweise relativierte sich das Fahren auf der Autobahn, sodass wir nach ca. sieben Stunden Fahrzeit und ca. 560km Wegstrecke am Verlegerhaus wohlbehalten ankamen.




Die Seiffener Bergkirche ist äußerlich bekannt durch Postkarten- und Holzhandwerkmotive.

Wir erleben den Heiligen Abend bei der Christvesper für Kinder. Draußen schneit es.


 


Von Innen wirkt die evangelische Kirche, dessen Erbauer die Dresdner Frauenkirche inspirierte, familiär und wohnlich. Sie verfügt, mit Ausnahme des Altars, über zwei umlaufende Balkongeschosse. Hoch unter der Kuppel hängt ein beleuchteter großer Herrnhuter Stern.

 

Ich sitze neben dem Organisten und der Orgel im ersten Geschossbalkon, nahezu gegenüber des Altars. Die Brüstung ist mit den Seiffener Laternen farbenfroh geschmückt.

Der stimmungsvolle Gottesdienst mit diesem Ambiente ist einmalig. Mit einer anderen (Presse-) Fotografin kreuzen sich die Blicke. Sie scheint ebenso zufrieden mit den Eindrücken und vermutlich auch ihren Fotos.




Die Bergkirche wurde etwa 1780 erbaut. Hier ist die Rückseite zu sehen. Was wie Maulwurfshügel aussehen sind Grabsteine. Sie sind fast eingeschneit. So hoch liegt der Schnee zu Weihnachten.


Ein Blick zum "Erbgericht". Hier kann man gut Essen. Überall sind Schneeberge aufgetürmt.Die Schneefräsen haben Pause. Die traditionelle Seiffener Laternenbeleuchtung ist zu erkennen.


Das Rathaus und ein großer Tannenbaum davor. 


Hier ist ein Teil des Verlegerhauses abgebildet. Die Außentemperaturen sind in diesen Tagen meist zwischen -7 bis -14 Grad. Auf dem Bild mal nicht zu sehen - Schneefall!


Ein Blick in den Wohn- und Essbereich unserer großzügigen Wohnung im Verlegerhaus Seiffen.


Dem Betrachter fällt dieser ausgehöhlte und verzierte Baumstamm am Verlegerhaus auf. Er skizziert von einem Künstler geschaffen die Geschichte und den Stammbaumverlauf der Besitzer.

 

Der Schnee ist hier ca. 60-80cm hoch, aufgeschüttet sind es auch schnell 150cm. Die Dächer müssen durch Räumung des Schnees entlastet werden.


Die Kinder interessiert das wenig. Hauptsache lange im Schnee tollen, rodeln und surfen!Direkt am Haus befindet sich eine Rodelwiese mit Tiefschnee.


Immer wieder schön, ob für Jung oder Alt, ist der Besuch im Spielzeugmuseum Seiffen.


Hier gibt es über drei Stockwerke verteilt traditionelles Holzspielzeug aus dem hiesigen Bereich zu sehen. 


Vieles darf hier nicht nur bestaunt, sondern auch von Kinderhänden angefasst werden. 


Maurice und Marvin müssen nicht gebeten werden die Funktionen der Figuren zu testen. 


Neben allerlei Holzspielzeugen gibt es auch eine große Eisenbahnanlage zu bestaunen. 


Draußen sind überall die übergroßen Holzfiguren und Pyramiden in Funktion zu erleben. 


Das "Erbgericht" und davor ein Glühwein-Stand. Warum sind wenig Menschen zu sehen? So sieht es an einem Heiligen Abend nachmittags aus, wenn die Touristen zu Hause sind.


Hier ist das Haus von Wendt & Kühn. Wer wissen will wie´s innen aussieht ... hier.


Schräg gegenüber ist die Dregeno- Verkaufsstelle. Sicherlich könnte man an dieser Stelle die Auflistung der insbesondere handwerklichen Kleinbetriebe hier fortschreiben. Das würde aber zu weit führen.


Stattdessen hier noch ein paar Schneeimpressionen. Das ist ein eingeschneiter Hausgiebel.


Ein Blick von der Dorfgemeinde Seiffen hoch in Richtung Loipen-Landschaft.


Weil sie doch immer wieder schön ist. Die Bergkirche Seiffen tagsüber vom Friedhof aus.


Selbst die Schnee gewohnten Seiffener sagen, so schlimm war der Schneeeinbruch im Dezember eines Jahres noch nie! Meist setzt der ausgiebige Schnee erst im Januar und Februar ein.

Vielleicht noch einen Dank an dieser Stelle an ein benachbart wohnendes Seiffener Ehepaar der Einbock´s. Weil am Sonntag der lokale Bäcker geschlossen, es über Nacht stark geschneit und den Boden vereist hatte, half mir die liebe Familie unkompliziert mit einem Brotgeschenk aus!


Am vorletzten Tag ging es mit Schneeketten über die Grenze nach Tschechien.


Panorama-Aussichten und Zuckerguss- Landschaften wohin das Auge reicht.


Die Tannen sehen ein wenig aus, wie man sie von gespachtelten Ölbildern her kennt.
 


Am letzten Tag ging´s über Olbernau am bekannten "Reiterlein" vorbei nach Hause. Von Seiffen bis nach Chemnitz brauchten wir für die 60km ca. zwei Stunden Fahrzeit.


Ein Blick nach oben. Eiszapfen von zwei bis drei Meter Länge waren keine Seltenheit. Ganze Kaskaden aus Eis sind uns aufgefallen. Sie sind sehr schön. Gefährlich wird´s, wenn man vom Dacheis getroffen wird.   

Nach sieben Stunden Fahrzeit treffen wir wohlbehalten zu Hause ein. Ich gönne mir eine Flasche dieses herrlichen Schwarzbiers aus dem Erzgebirge namens "Schwarzer Specht" und bin zufrieden.

Dabei denke ich an die Geschichte von heute Morgen, wie wir unsere Abreise verschwitzt haben. Aber das ist eine andere Geschichte.